Vorwort - Die Geschichte der beiden Einzelprojekte


Marker Das Röhrenoszilloskop "O1" - Oder die Resteverwertung des jungen PaSo anno 1991/1992

Die Lebensdaten:

  • Gebaut: 1991/1992
  • Sinnlos zerstört: 1993
  • Wiederaufbau: 2011/2012

Ca. 1987 bin ich das erste mal mit der Röhrentechnik in Kontakt gekommen, durch einen Artikel in der ELO über einen kleinen Gegentakt Röhrenverstärker zum Nachbauen. Aus meiner Erinnerung: Pro Kanal je 1xECC83 Vorstufe, 1xECC83 Phasenumkehr, 2xEL84 Endstufe. Auf jeden Fall hat mich das Thema "Röhren" so sehr interessiert, das ich vom meinem Taschengeld bei "Elektronik Bolz" eine ECC83 von ITT gekauft habe. Diese ECC83 trägt auch heute noch in meiner Sammlung die Registriernummer #0001 da es wirklich meine "erste" Röhre war. In den nächsten Jahren sind immer einige Röhren, teils von Geräten vom Sperrmüll oder aus Radio/Fernsehwerkstätten hinzugekommen. 1991 hatte ich ca. 100 Stück und die "Stunde der Offenbarung", ein Schulkollege hat mir ein altes Russischen Röhrenoszilloskop vermacht. Leider mit durchgebrannten Trafo und einigen defekten Bauteilen.

Universal Oscilloscope C1-5
Ein Klick auf das Handbuch, startet den Download inkl. Schaltplan als PDF.

Dieses "Universal Oscilloscope C1-5" war mit den folgenden Röhren bestückt:

Da ich bereits 1991 am Wettbewerb "Jugend Forscht" (Bereich Informatik) teilgenommen habe, entstand die Idee, 1992 mit etwas exotischeren anzutreten, im Bereich Technik, Thema "Entwicklung und Bau eines Oszillographen in Röhrentechnik". Mein Hauptproblem war aber, die fehlenden Mittel. Also wurde das Russische Oszilloskop komplett zerlegt, benutzt wurden alle Drehschalter, die Hochspannungskondensatoren, Lastwiderstände sowie die Bildröhre. Die Transformatoren für die Heizspannung wurden neu gekauft, ebenfalls bei "Elektronik Bolz", der Transformator für die Betriebsspannung kam aus einer ausgemusterten Siemens-Baugruppe vom Sperrmüll, die Frontplatte sowie Bodenplatte war aus Sperrholz aus dem Baumarkt. Die Röhren kamen aus meinen beiden Schuhkartons, die Novalfassungen wurden aus Lötschuhen improvisiert, die Oktalfassungen kamen aus dem "Russen". Der Rest musste halt "Da" sein. Unter dem Strich war dies ein sehr abenteuerliches Konstrukt, aber es funktionierte.

Es funktionierte sogar so gut, das es für den 2. Platz auf Landesebene gereicht hat.

Jugend Forscht 1992 im Saarland
Und ja, ich bekenne, 20 Jahre später, es war "PrintMaster".

Überreste des Oszilloskop O1 Überreste des Oszilloskop O1 Überreste des Oszilloskop O1
Die letzten erhaltenen Komponenten meines ersten Oszilloskops.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt, nach "Jugend Forscht" hatte ich noch eine erfolgreiche Vorführung des Oszilloskops in meiner alten Schule, angedacht war bereits eine keine Ecke in meinem Zimmer für das Oszilloskop sowie ein Umgehäuse da es weiterhin genutzt werden sollte.

Smiley "It's time to die" - 1993 musste das Oszilloskop dann aus hier nicht genannten Gründen sinnlos zerstört werden.

Mitte 1994 gab es einen zweiten Anlauf, wieder ein Röhrenoszilloskop (Interner Name "O2") zu bauen, diesmal mit einer großen Bildröhre DG18-14A, das Projekt ist ebenfalls aus hier nicht genannten Gründen gescheitert. Neues Jahrtausend, neues Glück, ca. 2001 gab es einen dritten Anlauf - Diesmal war es aber meine eigene Schuld, der "O3" scheiterte schon sehr früh an der Fehlplanung des Gehäuses - Shit happens ;)

2008 ist "Schluß mit Lustig", es soll wieder ein funktionsfähiges Röhrenoszilloskop her - Der "O4 - Hydrargyrum" wird geplant. Zusätzlich soll es zwei zusätzliche Schmankerl geben, zum einen ein Netzteil mit Quecksilberdampfgleichrichtern ( 2x DCG1/250 #3575 und #3576 ) aus optischen Gründen (Daher der Projektname) und, als Gag, die Möglichkeit ein FBAS-Signal korrekt darzustellen. Also einen Fernseher, aber noch ohne Ton ;)

Frühe Baustufe des Oszilloskop O4
Links oben ist der Videoeingang, als ob ich es geahnt habe...

Aus Zeitgründen wurde das Projekt nur sehr langsam vorangetrieben. Als ich dann 2011 den "Lehrfernseher" ersteigert habe, welcher leider den Transport nicht überlebt hat, entstand die Idee beide Projekte in ein Gehäuse zu integrieren.


Marker Lehrfernseher zur Ausbildung von Radio- und Fernsehtechniker

Die Lebensdaten:
  • Gebaut: ca. 1962
  • Zerstört durch den Paketdienst: 2011
  • Wiederaufbau: 2011/2012

Der "Lehrfernseher" war mit den folgenden Röhren bestückt:

Ich bekam den Tipp, das bei eBay ein alter "Lehrfernseher" angeboten wird, der zur Ausbildung von Radio- und Fernsehtechnikern benutzt wurde. Die Bilder in der Auktion sahen auch sehr gut aus, das Teil war zum großen Teil Handarbeit, funktionsfähig und ich habe den Zuschlag bekommen. Der Verkäufer hat mir versichert, den Fernseher sehr gut zu verpacken und in der Tat, das Paket war sehr großzügig gepolstert und äusserlich unversehrt…
Der Alurahmen war verbogen, einige Träger verbeult. Dadurch sind eine Reihe von Drähten abgerissen und Lötleisten gebrochen. Kurzum, das Teil war nur noch als Vitrinenstück zu gebrauchen oder als "Moderne Kunst" - je nach Ansichtssache…

Ich wollte aber kein Kunstwerk sondern einen funktionsfähigen Fernseher, also entstand die Idee den Lehrfernseher mit dem bereits bestehenden Oszilloskop zu kombinieren. Das originale Konzept des "Lehrfernsehers" soll beibehalten werden, also das alle Elektronikkomponenten einfach zu erreichen sind und in einfache Baugruppen aufgeteilt sind. Dabei wird bewusst darauf verzichtet "Die beste nur mögliche Elektronik" zu entwickeln. Ein kleines Ziel ist, das zum 20. Jährigen, also Ende Februar 2012, mindestens der Oszilloskopteil komplett fertig ist.

Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher Lehrfernseher


Marker Sachdienliche Hinweise gesucht…

  • Wer kennt solch einen Lehrfernseher bzw. andere Modelle? - Eventuell sogar aus der eigenen Ausbildung.
  • War es ein Einzelstück, oder ggf. eine Firmeninterne Kleinserie?
Gerne würde ich weitere Unterlagen bzw. persönliche Erfahrung mit einem solchen Lehrfernseher auf dieser Seite zur Verfügung stellen. Wer weitere Informationen hat, kann sich gerne melden: EMail Projekt Phönix